HOME GESCHICHTE
|
Crudenburg

Treibholz nach dem 30jährigen Krieg Geschichtlich betrachtet - ist das Dorf wohl älter als die Lehnsbeurkundung aus dem Jahre 1363. Die wohl älteste Siedlungsanordnung keltisch-sächsischer Runddörfer - hier der Dudel - wich späteren Einflüßen, die Reihensiedlung fränkischer Dorfstraßen. Früh schon Schiffahrtsweg; mit typisch niederländischem Einfluß auf Bauweisen, die Wasserhaltung wurde hier - durch Flußmühlen an Mühlschleusen geregelt, gab es hier Bedienung durch Treidler und später Lotsen. Kähne und Flußschiffe wurden überwiegend mit Pferden gezogen, nicht selten auch mit Menschenkraft. „Lippetreidler vor 300 Jahren“ sollte eigentlich heißen - „Treidler an der Lippe nach dem 30jährigen Krieg“. Allein das Wort Krieg mag vielen Menschen abschreckend wirken, ja für den einzelnen ein furchtbares persönliches Erlebnis sein. Jedoch entstand dieses Bild - es begrüßt sie hier und am Ortseingang - vor diesem Hintergrund; und aus vielen Gedanken zur Heimat, eines hier nicht Geborenen doch Aufgewachsenem. Nach dem 30jährigen Krieg versuchten viele Menschen aller europäischen Völker und Glaubensrichtungen aus dem Nichts wieder anzufangen - drückten ihren Hut tiefer ins Gesicht, teils weil sie heruntergekommener Adel, teils ihnen Schuld zur seelischen Last wurde. So tauchten sie unter zu jenen, die auf den Pfaden entlang der Flüsse zogen, wurden hier und da ansässig und übernahmen die Namen verwaister Höfe.
Jürgen-D. Haupt |
|
|
|